Bauzeiten und Kosten durch BIM-Dimensionen 3D, 4D und 5D reduzieren

In meinem Beitrag „Effiziente BIM-Projekte durch cloudbasiertes Arbeiten“ bin ich der Frage nachgegangen, was man unter Building Information Modeling (BIM) versteht, und wie sich Bauprojekte durch diese Arbeitsmethode beschleunigen lassen. In diesem Artikel beschäftige ich mich näher mit den Dimensionen 3D (dreidimensionales Objekt-Modell), 4D (zeitliche Planungsdaten) sowie 5D (Kostenentwicklung) des BIM-Modells und deren Bedeutung für größere Bauvorhaben.

Umfassendes Projektverständnis durch BIM

Building Information Modeling ist ein Prozess, der die Erstellung und Verwendung eines intelligenten Modells zur Information hinsichtlich Projektentscheidungen beinhaltet. In Kombination mit cloudbasierten Dokumentenmanagement-Lösungen zählen zu den Vorzügen von BIM vor allem Transparenz sowie die frühzeitige Erkennung und Behebung von Planungsfehlern.

Das Hinzufügen zusätzlicher Datendimensionen ermöglicht dabei ein umfassenderes Verständnis des Bauprojekts – beispielsweise wie viel ein Bauwerk kostet, wann es fertiggestellt oder wie nachhaltig es in der Zukunft sein wird.

3D – das dreidimensionale Objekt-Modell

Diese Dimension besteht aus dem Prozess der Erstellung grafischer und nicht-grafischer Informationen sowie deren Nutzung in einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE). Dazu wird ein dreidimensionales Modell – zum Beispiel einer industriellen Anlage – erzeugt und während des gesamten Projektlebenszyklus automatisch aktualisiert, von der Konzeption bis zur Fertigstellung des entsprechenden Bauobjekts.

Die Implementierung einer cloudbasierten Dokumentenmanagement-Lösung schafft dabei die Voraussetzungen für eine effiziente, unternehmensübergreifende Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten. Da sämtliche entlang des Projektlebenszyklus gesammelten Daten an einem zentralen Ort in der Cloud gespeichert sind, gelingt es, in späteren Bauphasen schneller auf auftretende Probleme zu reagieren.

4D – die zeitlichen Planungsdaten zum Bauprojekt

Die vierte Dimension fügt dem dreidimensionalen BIM-Modell eine zusätzliche Information in Form von zeitlichen Planungsdaten hinzu. Sie ergänzt die bisher erstellten 3D-Objekte demnach um Details, etwa zum geplanten Errichtungszeitraum oder zu den einzelnen Bauabschnitten.

Somit können alle an einem Projekt beteiligten Personen die unterschiedlichen Bauphasen und die damit verbundenen Prozesse vorab simulieren und visuell darstellen. Auf diese Weise lässt sich der Fortschritt eines Bauobjekts über die gesamte Projektlaufzeit transparent abbilden und komplexe Arbeitsabläufe sind einfacher zu planen.

5D – die Kostenentwicklung eines Bauprojekts

Die fünfte Dimension ergänzt alle bisherigen Informationen um einen wesentlichen Aspekt – die Kosten. Projektbeteiligte bekommen hier die Gelegenheit, den Fortschritt der Bauaktivitäten in Bezug auf ihre Kosten zu analysieren und im zeitlichen Verlauf zu visualisieren. Dadurch sind bereits in der Projektvorbereitungsphase genaue Budgetplanungen realisierbar.

Durch den Vergleich von prognostizierten und tatsächlichen Ausgaben im Laufe eines Bauvorhabens lassen sich eventuelle Abweichungen im Bauprozess frühzeitig erkennen und bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einleiten.

Fazit und Ausblick auf die Dimensionen 6D und 7D

Die Dimensionen 3D, 4D und 5D ermöglichen es, ein dreidimensionales Modell eines Bauwerks zu erstellen, dessen Fortschritt über die gesamte Projektlaufzeit darzustellen sowie die damit verbundene Kostenentwicklung im zeitlichen Verlauf zu visualisieren. Bauvorhaben sind durch die BIM-Methode wesentlich schneller und vor allem kostengünstiger durchführbar – sofern sie auf einer leistungsfähigen, zentralen Datenumgebung auf Cloudbasis wie Fabasoft Approve aufbauen.

In meinem nächsten und abschließenden Beitrag zum Thema BIM erläutere ich die Dimensionen 6D und 7D näher, die sich mit den Themen Nachhaltigkeit und Facility Management beschäftigen, und gebe einen Ausblick auf die Zukunft von BIM.