Fabasoft TechSalon „Wie kann Österreich mehr Informatikabsolventen ausbilden?“

Informatiker Mangel in Österreich

Der österreichischen IT-Wirtschaft fehlen tausende Fachkräfte. Aber woher nehmen?

Die österreichischen Universitäten „produzieren“ zu wenig Absolventen und Zugangsbeschränkungen verschärfen die Lage zusätzlich. Das noch immer etwas „nerdige“ Image des Informatikstudiums trägt auch nicht unbedingt dazu bei, Maturanten aus nicht-technischen Schulen (AHS, BHS) zum IT-Studium zu verleiten.

Im Fabasoft TechSalon am 20. Juni 2018 in Wien diskutieren MMag. Dr. Claudia Resch (Geschäftsführerin Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung - ÖZBF), O.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pree (Software Engineering an der Universität Salzburg) und Prof. Dipl.-Ing. Helmut Fallmann (Vorstandsmitglied der Fabasoft AG und Präsident des Vereins Talente OÖ) darüber, wie dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann.

Flexiblere Ausbildungen, Informatik als Basisstoff in Schulen

„Unsere Informatik-Ausbildungen müssen flexibler werden. Die Erfolgsformel besteht in der Verknüpfung des Informatikstudiums mit anderen Fächern! Das belegen die Erfahrungen in der Wirtschaftsinformatik an der WU Wien.“ meint Helmut Fallmann. Umgekehrt müsse Informatik Basisstoff jeder Studienrichtung sein, denn ohne dementsprechendes Grundwissen wird in der digitalen Zukunft keine Berufsgruppe mehr auskommen.

Go4IT

Hier beschreitet Wolfgang Pree mit dem Projekt Go4IT an der Universität Salzburg neue Wege: Die Universität bietet Informatik-Lehrveranstaltungen eines Universitäts-Bachelor-Studiums Informatik so an, dass AHS-Schülerinnen und Schüler diese parallel zur Oberstufe besuchen können. Die bestandenen Lehrveranstaltungen werden dann für ein späteres Studium angerechnet. Damit wird ein Beitrag geleistet, um junge Schülerinnen und Schüler für Informatik-Inhalte und eventuell für ein späteres Studium zu begeistern.

Begabtenförderung

Nur die IT-Ausbildungen zu verändern, wird den allgemeinen Fachkräftemangel in Österreich nicht beseitigen. Dazu bedarf es generell einer Veränderung in der Ausbildung, einer Förderung von Begabungen und Begabten, und auch einer Aufwertung nicht akademischer Ausbildungen bzw. Abschlüsse.

Daher erörtern die hochkarätigen Diskutanten unter anderem folgende Fragen:

  • Wieso sollte Österreich nicht nur mehr Informatikabsolventen ausbilden, sondern generell verstärkt auf die Begabungen und Begabten unseres Landes eingehen?
  • Wie kann das "Nerd-Image" des Informatikstudiums endlich abgebaut werden?
  • Wie kann die Informatik-Ausbildung an AHS effektiv verbessert und ausgebaut werden?
  • Was ist das Go4IT-Projekt und warum ist es so erfolgreich?

Freuen Sie sich auf eine spannende und informative Diskussionsrunde!

Die Diskutanten sind:

MMag. Dr. Claudia Resch

Geschäftsführerin Österreichisches Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF)

Dr. Claudia Resch ist seit 2006 am Österreichischen Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung tätig, dessen Geschäftsführung sie 2012 übernahm. Das ÖZBF ist die bundesweite Institution zur Entwicklung der Begabungs- und Exzellenzförderung in Österreich und unterstützt Personen, Institutionen und Initiativen, die Begabungen fördern.
Claudia Resch vertritt einen ganzheitlichen und systemischen Ansatz der Begabungs- und Exzellenzförderung, der alle Bildungsorte − Kindergarten, Schule, Hochschule genauso wie Elternhaus, Wirtschaft und Gemeinde − einschließt. Nur so kann kontinuierliche Begabungsentwicklung gewährleistet werden.

O.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pree

Software Engineering an der Universität Salzburg

Nach dem Informatik-Studium und seiner Promotion sub auspiciis praesidentis 1992 an der Johannes Kepler Universität Linz habilitierte Wolfgang Pree sich dort zum Thema Software-Konstruktion (Entwurfsmuster, engl. Design Patterns). 1997 wurde Pree zum Ordinarius an die Universität Konstanz berufen, 2002 wechselte er an die Universität Salzburg. Im Rahmen von Sabbaticals war er an der University of California, Berkeley und der University of California, San Diego.
Sein Forschungsgebiet ist Software Engineering, mit einem Fokus auf Softwarekonstruktionsprinzipien. Die Forschungsprojekte konzentrieren sich zurzeit auf Echtzeit-Software in Automobilen, Flugzeugen und Automatisierungssystemen.

Prof. Dipl.-Ing. Helmut Fallmann

Mitglied des Vorstandes der Fabasoft AG

Prof. Dipl.-Ing. Helmut Fallmann gründete gemeinsam mit Leopold Bauernfeind vor 30 Jahren den Softwarekonzern Fabasoft. Heute ist er Mitglied des Vorstandes der Fabasoft AG. Fabasoft hat sich zu einem führenden europäischen Softwarehersteller und Cloud-Anbieter mit Sitz in Linz etabliert. Als Visionär und überzeugter Europäer setzt Helmut Fallmann sich besonders für den Wirtschaftsstandort Europa ein. Das Potenzial der Wertschöpfung der europäischen IT-Branche muss, so ist der Unternehmer überzeugt, im Rahmen eines digitalen Binnenmarktes in noch größerem Maße genutzt werden. Prof. DI Helmut Fallmann engagiert sich in der Cloud Select Industry Group für die gemeinsame Erarbeitung eines „Code of Conduct“ für europäische Cloud-Anbieter.

Martin Szelgrad

Chefredakteur, „Telekom & IT Report“ und „Energie Report“

Martin Szelgrad ist als Wirtschaftsjournalist seit 1999 im Report Verlag tätig und Chefredakteur der Fachmagazine „Telekom & IT Report“ und „Energie Report“. Neben der Mitarbeit an zahlreichen weiteren Magazinen und Fachbüchern leitet er seit 2005 die Redaktion des Wirtschaftspreises „eAward“ und ist ein erfahrener Moderater von Podiumsdiskussionen und Business-Events.

Moderator: Martin Szelgrad, Chefredakteur beim Report Verlag

Ablauf:

ab 17:00 Uhr: Einlass
17:30 Uhr:       Podiumsdiskussion
18:45 Uhr:       Publikumsfragen
                          Get-together und Networking
ca. 20:30 Uhr: Ende der Veranstaltung 

 

In Kooperation mit:

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