Die Cloud als Innovations-Treiber für e-Government

12. November 2014

Fabasoft hat sich als europäischer Anbieter fortschrittlicher Cloud-Lösungen – insbesondere für die IT-Bedürfnisse des öffentlichen Sektors – schon vor Jahren einen Namen gemacht und ist heute mit seiner „eGov-Suite“ Marktführer im deutschsprachigen Raum. Für die 13. Auflage des Internationalen Kongresses „ITAPA“ (IT AND PUBLIC ADMINISTRATION) in Bratislava wurde Fabasoft eingeladen, zu diesem Thema zu sprechen – der nachstehende Blog fasst die Einschätzungen von Fabasoft zum „Cloud-Einsatz im e-Government“ zusammen.

IT-getriebener Strukturwandel der öffentlichen Hand

Gesellschaftliche Wandlungsprozesse und budgetäre Sachzwänge stellen die öffentlichen Einrichtungen heute vor große Herausforderungen. Eine Verwaltungsreform mit der Zielsetzung, interne Abläufe zu verbessern und den Bürgern ein zeitgemäßes Service-Spektrum zu bieten, verlangt nach dem Einsatz leistungsfähiger und moderner IKT. Parallel braucht es „Open Government“, um die Prinzipien der Kollaboration, der Transparenz und der breitest-möglichen Beteiligung bei der Schaffung „öffentlicher Werte“ einzulösen. Schon mittelfristig könnte der gesamte e-Government-Sektor mit völlig veränderten Strukturen in Erscheinung treten: Dezentralisierung, Multi-Akteure-Architekturen, Private-Public-Partnerships, Crowdsourcing oder auch Innovation durch Wirtschaft und Bürger heißen die Schlagworte dieses Paradigmenwechsels.

Der öffentliche Sektor als Wirtschaftstreiber

Der öffentliche Sektor ist ein dominanter Faktor jeder Volkswirtschaft. In der EU entfallen 50 Prozent des GDP auf ihn, und er sorgt für 17 Prozent der Gesamtbeschäftigung. Für seine weitere ökonomische und innovative Entwicklung sind Cloud Computing und Open Data die lange gesuchten technologisch-organisatorischen Antriebsfaktoren, die genutzt werden müssen, um Kosten zu senken und Zugewinne zu lukrieren. In den 23 größten Volkswirtschaften der EU schlummert ein Einsparungspotenzial von 20 Prozent, und 40 Milliarden Euro an zusätzlicher Wirtschaftskraft könnten aus Open Data, d.h. der gezielten Wiederverwendung von Daten, kommen.

Cloud-Strategie bringt Europa bei IKT auf Zukunftsschiene

Die Europäische Union hat diese einmalige Chance erkannt und 2012 eine ehrgeizige Cloud-Strategie verabschiedet, mit der dieser ökonomische Schatz gehoben werden soll. Mit dem kostentransparenten On-Demand-Zugang zu unlimitierter Rechenleistung und zu allen zeitgemäßen IT-Services in Abhängigkeit vom tatsächlichen Bedarf – zu jeder Zeit, von überall und mit jedem Devices – über das Internet sind die IKT in eine fundamental neue Ära getreten. IDC hat hochgerechnet, dass zwischen 2015 und 2020 rund 940 Millionen Euro aus dem Cloud-Business ins EU-Inlandsprodukt fließen könnten und die Union mit 370.000 neuen Unternehmen mit zusammen rund 3,4 Millionen neuen Jobs, einen wirklichen Wachstumsschub erleben würde.

Drei zentrale Stoßrichtungen

Die europäische Cloud-Strategie setzt auf drei zentrale Stoßrichtungen: Die Entwirrung an unterschiedlichen technischen Standards, die Einbeziehung der Cloud-Anbieter sowie die Vertretung der Interessen und Ansprüche der Cloud-Nutzer bei der Formulierung von Modellbedingungen für „Service Level Agreements“, „Zertifizierungsschemata“ und eines verbindlichen „Code of Conduct“ für die Cloud Computing Provider sowie die Etablierung einer „Europäischen Cloud Partnership“ (ECP) zur besseren Verschränkung von Industrie und öffentlicher Hand. Die ECP will mit „Cloud4Europe“ unter Anwendung des Finanzierungsinstruments „Pre-commercial procurement“ die Cloud Coverage in der öffentlichen Verwaltung ankurbeln und dem Sektor insgesamt eine seiner Bedeutung entsprechende Vorreiterrolle zuweisen.

Nationale G-Clouds – eine heterogene Landschaft

Einer Untersuchung der ENISA zufolge, ist Europa bei der Umsetzung nationaler Cloud-Strategien für e-Government noch weit von einem einheitlichen Binnenraum entfernt. Während UK und Frankreich bei G-Cloud mit verabschiedeten, staatlichen Strategien und längst begonnener Umsetzung an der Spitze marschieren, fehlt es in anderen, sonst hoch entwickelten Staaten entweder an der verbindlichen, strategischen Festlegung, oder aber die Umsetzung befindet sich noch in der Design-Phase. Das Gastgeberland des ITAPA Kongresses, die Slowakei, hat bereits strategische Rahmenbedingungen für die G-Cloud ausgearbeitet und befindet sich mit dem Projekt DCOM (Distributed Component Object Model) in der Einführungsphase. Am Ende sollen hier auf Basis einer Cloud-Infrastruktur 138 verschiedene e-Services für diverse Life-Events in allen 2.900 slowakischen Gemeinden zur Verfügung stehen.

Österreichs Stand bei e-Government

Österreich hat punktuell bereits sehr erfolgreich G-Cloud Projekte umgesetzt, auf Strategieseite gibt es jedoch nur ein Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft Cloud/Bund, Länder, Städte und Gemeinden. Sowohl das „Elektronische Datenmanagement Umwelt“ des Umweltbundesamtes mit 22 Applikationen als auch „portal.at“ auf Basis der „Bundesrechenzentrum E-Gov Portal Services“ mit 400 Anwendungen haben den begehrten EuroCloud Award gewonnen.

Sensible öffentliche Daten brauchen hohes Schutzniveau

Wenn heikle Bürgerdaten in die Cloud wandern, dann werden sämtliche IT-Einrichtungen des Cloud Providers zur kritischen Infrastruktur, was besondere Sicherheitsvorkehrungen und höchste Wachsamkeit gegenüber einem unbefugten Datenzugriff erfordern. Es ist daher ratsam, dass Cloud-Anbieter und Kunden aus der öffentlichen Verwaltung vor dem eigentlichen Aufsetzen eines solchen Projektes gemeinsam ein umfangreiches Risk Assessment durchführen, bei dem alle Bedrohungsszenarien durchgespielt werden können.

Fabasoft spielt bereits in der Königsklasse

Mit umfassender Sicherheit – unser genetischer Code – und unseren vorbildlichen Umsetzungen zur Authentifizierung über hochwertige Business-Anmeldeverfahren und digitale Identitäten, haben wir von Fabasoft die beiden wichtigsten Herausforderungen für einen florierenden europäischen Cloud-Markt in unserem Unternehmen bereits vorweggenommen.