„Mehr Datenschutz, weniger Geschäft?“ - Nachlese Fabasoft TechSalon am 25.11.2014

Die EU-Kommission möchte die Digitalwirtschaft stärken. Mit einer neuen Datenschutz-Grundverordnung soll der Umgang mit personenbezogenen Daten in allen Mitgliedstaaten auf einheitliches Niveau gebracht werden. Was bedeutet dies für die Konsumenten und Unternehmen in Österreich? Welche Daten dürfen gespeichert und verarbeitet werden? Wie sieht es damit in der Praxis tatsächlich aus?

Am 25. November 2014 diskutierten im Fabasoft TechSalon in Wien Experten und Publikum zum Thema Datenschutz. Am Podium: Helmut Fallmann, Gründer und Mitglied des Vorstandes der Fabasoft AG; Albert Steinhauser, Nationalratsabgeordneter und Justizsprecher der Grünen; Johann Maier, Vorsitzende des Datenschutzrates, Bundeskanzleramt; und Peter Resch-Edermayr, synetics. 

„Die Europäische Kommission muss die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen stärken, um der Marktmacht weniger großer US-Firmen im IT-Bereich zu begegnen“, meint Helmut Fallmann, Fabasoft. Dazu sollten, „höchste Standards in der IT-Sicherheit und im Datenschutz“ etabliert werden. Diese könnten die europäische IKT-Wirtschaft deutlich von Wettbewerbern aus Übersee abgrenzen und neue Wertschöpfung generieren.

„Wir sollten dafür werben, dass Datenschutz und Wirtschaft keine Gegenspieler sind. Dazu müssen wir aber Rahmenbedingungen ausverhandeln, auf die sich Unternehmen einstellen können“, fordert Albert Steinhauser, Nationalratsabgeordneter und Justizsprecher der Grünen. Mit einer neuen Rechtssicherheit durch die Datenschutz-Grundverordnung – die derzeit verhandelt wird – könnte die heimische Wirtschaft im europäischen wie auch im globalen Kontext wettbewerbsfähig gestärkt werden.

Johann Maier, Vorsitzende des Datenschutzrates im Bundeskanzleramt: „Wir stehen in Europa vor dem Problem der unterschiedlichsten Umsetzung der Datenschutzrichtlinie aus dem Jahr 1995. Viele Staaten sind aber nun aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht bereit, den neuen Datenschutzstandards der Europäischen Kommission zuzustimmen.“ Maier befürchtet, dass es durch die Datenschutz-Grundverordnung „in einigen Bereichen zu Rückschritten“ kommen könnte. Auch für ihn ist ein starker Datenschutz ein Wettbewerbsvorteil und stärkt zudem das Vertrauen in die digitale Wirtschaft. 

„Das Bewusstsein ist bei mittelständischen Unternehmen noch nicht so weit entwickelt, dass man das Datenschutzgesetz in der Praxis auch umsetzen kann. Es gibt aber eindeutig einen Zug in die richtige Richtung, auch ausgelöst durch die öffentliche Diskussion“, ist Peter Resch-Edermayer, synetics, von einer grundsätzlich positiven Entwicklung überzeugt. Dennoch würden viele IT-Verantwortliche in Unternehmen im Zuge der Speicherung von Daten mit Datenschutzthemen quasi allein gelassen werden.

Durch die Veranstaltung führte Moderator Martin Szelgrad, Report Verlag.
Nach der Diskussionsrunde nutzten Sprecher und Gäste die Gelegenheit zum ausgiebigen Netzwerken.

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Die EU-Kommission möchte die Digitalwirtschaft stärken. Mit einer neuen Datenschutzgrundverordnung soll der Umgang mit personenbezogenen Daten in allen Mitgliedstaaten auf ein einheitliches Niveau gebracht werden.

Was bedeutet dies für die Konsumenten und Unternehmen in Österreich? Welche Daten dürfen gespeichert und verarbeitet werden? Wie sieht es damit in der Praxis tatsächlich aus?
Am 25. November 2014 diskutierten dazu am Podium im Fabasoft TechSalon am Hauptbahnhof in Wien:

  • Albert Steinhauser, Nationalratsabgeordneter und Justizsprecher der Grünen
  • Johann Maier, Vorsitzender des Datenschutzrates, Bundeskanzleramt
  • Helmut Fallmann, Gründer und Mitglied des VBearbeitenorstandes der Fabasoft AG
  • Peter Resch-Edermayr, synetics Gesellschaft für Systemintegration mbH

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