„Disruption oder Untergang?“ - Nachlese zum Fabasoft TechSalon

„Disruption oder Untergang?“ diese radikale Frage stellte Moderator Florian Zangerl, Herausgeber des Industriemagazins, beim Fabasoft TechSalon am 27. September 2018 Top-Managern international erfolgreicher österreichischer Unternehmen.

Werner H. Bittner, Geschäftsführer der Umdasch Group Ventures GmbH, Peter Gönitzer, Geschäftsführer der Wien Energie GmbH, Dr. Dieter Siegel, Vorsitzender des Vorstandes der Rosenbauer International AG, und Andreas Dangl, Geschäftsführer der Fabasoft Austria GmbH, gaben Einblick in die Innovationsstrategien ihrer Unternehmen und erzählten dem interessierten Publikum, wie sie den Herausforderungen einer sich immer schneller verändernden Geschäftswelt begegnen.

Tochtergesellschaften als Innovation-Hubs

So versucht seit Jänner 2017 die Umdasch Group Ventures GmbH als dritte Tochtergesellschaft der Umdasch Group AG herauszufinden, welche Technologien und Megatrends in naher Zukunft potentiell disruptiv auf Bauprozesse sowie Retail-Kaufprozesse wirken können, da in diesen beiden Prozessen die traditionellen Kerngeschäfte der Umdasch Group AG, nämlich Schalungstechnik (Doka) und Ladenbau (Umdasch The Store Makers) angesiedelt sind. Entlang beider Prozesse sollen durch die Umdasch Goup Ventures entsprechende zusätzliche Geschäftsfelder entstehen. Eine strategische Vorgehensweise, die sich laut Werner H. Bittner bereits gut bewährt.

Rosenbauer International AG, der weltweit führende Hersteller für Feuerwehrtechnik im abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz, entwickelt in einer Tochtergesellschaft das Feuerwehrfahrzeug der Zukunft: Ein Hybrid-Fahrzeug, das schadstofffrei fährt und das von Rosenbauer selbst in den Verkehr gebracht werden soll. Für eine so „analoge“ Branche wie die Feuerwehrbranche ist das bereits sehr disruptiv. Dr. Siegel nennt auch die Beweggründe, eine eigene Entwicklungsgesellschaft ins Leben zu rufen: Die Möglichkeit, wirklich neue Wege gehen zu können, nicht mehr in der dauernden Konkurrenz zum eigentlichen Geschäft zu stehen und sich nicht mehr rechtfertigen zu müssen, wenn tatsächlich etwas anders als bisher gemacht wird. So kann die gesamte Energie dazu genutzt werden, neue Lösungswege zu beschreiten.

Start-ups als Unterstützung

Wien Energie hingegen nützt auf ihrem Weg hin zu einem noch kundenorientierteren Geschäftsmodell sowohl das interne Potenzial, als auch die Kreativität und Agilität von Start-ups. So wurden neue Innovationsprozesse aufgesetzt, bei denen einerseits intern in allen Bereichen Innovation Scouts eingesetzt werden, die sich mit neuen Technologien und Möglichkeiten beschäftigen. Andererseits werden extern Unternehmen und Start-ups zu Wettbewerben eingeladen, um dann gemeinsam zwei Mal im Jahr in Bootcamps neue Ideen zu entwickeln. Die aussichtsreichsten Projekte werden dann auch tatsächlich umgesetzt. Als erfolgreiches Beispiel nennt Peter Gönitzer die neue „Smart Drone-Inspection“. Hier werden Drohnen zur Inspektion von Windrädern eingesetzt. Was bisher einen ganzen Tag und drei Industriekletterer beansprucht hat, wird nun in einer Stunde mit automatischer Bild- und Fehlererkennung erledigt. Sollte es bei einem Windrad Mängel geben, werden diese von der Drohne sowie durch Einsatz von Artificial Intelligence (AI) erkannt und die damit verbundenen Reparatur-Prozesse automatisch in die Wege geleitet.

Digitalisierung und agile Methoden

Dass auch in einer bereits digitalen Branche wie der Softwareentwicklung auf Veränderungen reagiert werden muss, erzählt Andreas Dangl. Fabasoft hat zum Beispiel bereits 2009 mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung die gesamte interne Produktion auf agile Methoden – mit Scrum, Zero-known-Defects, etc. – umgestellt, um so schneller neue Softwareprodukte entwickeln zu können.

Diskussion und Fragerunde

Die Antworten zu den weiteren spannenden Fragen – etwa „Wie gehen Sie alle damit um, dass Sie das Nachdenken über die Zukunft vom Kerngeschäft personell entkoppeln?“ oder „Immer schon wurden Geschäftsmodelle von anderen Geschäftsmodellen abgelöst. Warum hat man den Eindruck, dass die Digitalisierung dieses Thema so stark in Vordergrund rückt?“ bis hin zu „Was könnte das Google/Uber/AirBnB für Ihre Branche sein?“ – erhalten Sie in der Aufzeichnung der Podiumsdiskussion unten auf dieser Seite. 
 

Einige Fotos und Statements finden Sie auch auf der Seite unseres Event-Partners Industriemagazin: Bildergalerie im Industriemagazin

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Video Caption

Aufzeichnung der Podiumsdiskussion „Disruption oder Untergang?“ beim Fabasoft TechSalon in Wien.