Nachlese Fabasoft egovdays 2017

Nachlese Fabasoft egovdays 2017

6. Februar 2017

Im Rahmen der jährlichen Fabasoft egovdays präsentierte Fabasoft Innovationen, Trends und Highlights rund um die Themen E-Government, E-Verwaltungsarbeit, Cloud-Computing und Wissensmanagement.

Hier die Highlights im Überblick: 

Fabasoft egovday München

Am 25. Januar 2017 trafen sich über 130 Teilnehmer im Charles Hotel zum Erfahrungsaustausch und Networking.

Die Vortragsreihe startete mit der Keynote von Yvonne Hofstetter, Expertin für Künstliche Intelligenz und Buchautorin. Die Digitalisierung hat uns als Einzelperson bereits fest im Griff. „Sie ist da“, wie die Vortragende immer wieder betonte. Smartphones kommunizieren permanent unsere Gewohnheiten, wie Social Media Aktivitäten, Bewegungsmuster, nahezu jede Online-Aktivität wird getrackt. Dieses Vorgehen ist vielen Personen gar nicht bewusst (nicht-kooperative Datenerfassung), denn es passiert im Hintergrund – ohne aktive Zustimmung. Möglich wurde diese Entwicklung durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die heute bei vielen Anwendungen im Hintergrund agiert und immer mehr auch in die unterschiedlichsten Arbeitsbereiche vordringt. Mit der Konsequenz, dass in den nächsten 15 Jahren viele Berufsbilder verschwinden werden. Davon betroffen sind auch einfache administrative Tätigkeiten, nicht nur die klassischen monotonen (Fließband-)Arbeiten. Diese Entwicklung mündet unweigerlich in der Diskussion des „bedingungslosen Grundeinkommens“, denn werden Menschen in Zukunft freigesetzt, muss dennoch ihre Existenzgrundlage gesichert sein. Ein Diskussionsthema unter anderem beim diesjährigen World Economic Forum in Davos.

Wie Hofstetter betonte, steht hinter der Datensammelwut ein wirtschaftliches Interesse, es geht darum „Kapital“ aus den Daten zu schlagen. Im Zuge dessen, wird es für Europa immer wichtiger eigene Technologien zu entwickeln und Infrastrukturen aufzubauen. Am Ende des Vortrages hatte Hofstetter noch zwei Tipps für das Publikum: „Datensparsamkeit“ und „sich nicht über Politik in Social-Media-Kanälen informieren“.

Moderne Verwaltung in Bayern zeigte der Leitende Ministerialrat (LMR) Wolfgang Bauer vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, das mit Juli 2016 die Projektleitung vom Staatsministerium des Inneren für Bau und Verkehr übernahm. Die eingesetzte eAkte Bayern, mit rund 30.000 registrierten Usern, basiert auf der Fabasoft eGov-Suite und stellt die Module E-Akte, E-Vorangangsbearbeitung und E-Zusammenarbeit zur Verfügung. Durch die Einführung einer neuen Gremienstruktur insbesondere des „Change Management Boards“ entstand im Jahr 2016 ein zentrales Gremium für die Weiterentwicklung der eAkte Bayern. Hier werden zentral Anforderungen an die eAkte gesammelt, bewertet und priorisiert. Neben dem aktuellen Stand im Projekt gab Wolfgang Bauer auch einen Ausblick zu geplanten Meilensteinen, wie beispielsweise die Anbindung des Bayernportals an die eAkte. 

Im Anschluss erklärte Stefan Arnold, Fabasoft, die Neuerungen in der Fabasoft eGov-Suite. So ist in der Version 2016 ein eigener PDF-Viewer integriert, der ohne Plug-in-Installation immer und überall (auch auf allen mobilen Endgeräten) benutzt werden kann. Der PDF-Viewer erzeugt eine HTML-Ansicht auf das Dokument und ist somit für Screenreader oder andere Ausgabegeräte lesbar (barrierefrei). Damit können Dokumente einfach und bequem geöffnet, gelesen oder mit Annotationen versehen werden, die direkt in der Fabasoft eGov-Suite gespeichert werden.

Welche Leistungen Mindbreeze im Bundesministerium für Finanzen in Österreich erbringt erläuterten Erich Albrechtowitz und Alexander Fürndraht. Dort wird Mindbreeze im Bereich der Klassifizierung von Eingangsstücken eingesetzt und ermöglicht es dem BM für Finanzen Eingangsstücke nach dem zentralen Scannen direkt an die entsprechenden Fachabteilungen weiterzuleiten. Damit können Spitzen leichter bewältigt werden und den Mitarbeitern bleibt mehr Zeit sich auf den Inhalt zu konzentrieren. Durch die Einführung einer zentralen Scanstation und der Ablage ist nun gewährleistet, dass alle Eingangsstücke digitalisiert und archiviert werden. Dies erleichtert die Aushebung von Dokumenten und führt zu einer besseren Informationsverfügbarkeit bei Anfragen von Bürgern. Für das Jahr 2017 ist geplant das Formular L16 (Lohnzettel und Beitragsgrundlagennachweis) automatisch zu klassifizieren.

Die Vielseitigkeit der Fabasoft Cloud demonstrierte Andreas Dangl, Fabasoft, im Rahmen seines Vortrages. Das Leistungsspektrum reichte dabei von der zentralen Dokumentationsablage, wie bei Siemens im Kraftwerksbau im Einsatz, bis hin zur flexiblen Erstellung maßgeschneiderter Workflows via BPMN 2.0.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag von Helmut Fallmann, Vorstand der Fabasoft AG mit seinem Vortrag Europas Bekenntnis zum Wettbewerbsfaktor „Datenschutz“. Im vergangenen Jahr hat es in der Europäischen Union echte Durchbrüche bezüglich Datenschutz und der Etablierung einer hohen Netz- und Informationssicherheit gegeben. Über vier Jahre zog sich die Modernisierung des Europäischen Datenschutz-Rechts. Am 15. Dezember 2015 war es aber dann doch soweit: Der EU-Ministerrat stimmte dem neuen Datenschutz „Made in Europe“ zu. Damit war der Weg frei für eine stark verbesserte Transparenz bei der Verarbeitung personenbezogener Daten von rund 500 Millionen EU-Bürger durch private Unternehmen und öffentliche Stellen. Auf Seiten der Unternehmen wird die DS-GVO ab 25. Mai 2018 für faire und einheitliche Wettbewerbsbedingungen am europäischen Markt sorgen und damit auch volle Rechtssicherheit im gesamten EU-Binnenmarkt sicherstellen.

In der Datenschutz-Grundverordnung wurden vor allem die Betroffenenrechte deutlich gestärkt, wie Fallmann in seinem Vortrag erklärte. Das „Recht auf Vergessen-Werden“ stellt künftig sicher, dass ein Dateninhaber gegenüber den Datenverarbeitern die Löschung der Daten durchsetzen kann. Diese müssen die Löschanfrage auch an jene Drittunternehmen weitergeben, denen sie die Kundendaten zur Verfügung gestellt haben. Wer seinen Anbieter wechseln möchte, hat mit der DS-GVO nunmehr auch das Recht, seine Daten mitzunehmen. Die Anbieter müssen die Nutzerdaten auf Anfrage schnell und in einem allgemein nutzbaren Format auf elektronischem Weg aushändigen. Die Weitergabe von Daten an Behörden in Drittländern ist nur auf der Grundlage von Rechtshilfeabkommen zulässig und an auf EU-Recht basierende Regeln gebunden.

Fabasoft egovday Bern

Rund 90 Teilnehmer konnten beim Fabasoft egovday im Kursaal Bern neben den Produktneuheiten von Fabasoft und Mindbreeze (Details siehe oben) spannendes zum Thema Bitcoin und Blockchain von Raphael Voellmy erfahren. Ausführliche Informationen dazu gibt es hier!

Fabasoft egovday Wien

Die letzte Station der diesjährigen Fabasoft egovdays bildete erneut das großartige Ambiente der Sofiensäle Wien. Zu Gast war an diesem Tag die Autorin und Kolumnisitin des Nachrichtemagazins "profil", Ingrid Brodnig. Mehr zu ihren Ausführungen und Ansichten zum Thema "Hass im Netz" gibt es hier!

 

Fotos von allen drei Stationen gibt es in unserer Galerie!

6. Februar 2017
2017-02-10